
- Batman Was wurde aus dem Dunklen Ritter? - Panini
Die berühmtesten und berüchtigtsten Persönlichkeiten Gothams sind gekommen, um am Sarg von Batman Abschied zu nehmen! Kultautor Neil Gaimans (Sandman, Black Orchid, Coraline) einzigartige Erzählung über das Leben und Sterben des Mitternachtsdetektivs. Zu seiner Seite wurde ihm nach 1602 erneut Andy Kubert (X-Men, Batman, Captain America) gestellt. Panini Comics bringt den Band mit bisher auf Deutsch unveröffentlichtem Bonusmaterial und zusätzlichen Gaiman-Stories heraus. Neben der Titel-Story Was wurde aus dem Dunklen Ritter? sind außerdem noch Eine schwarz-weiße Welt (Zeichner Simon Bisley), Pavane (Zeichner Mark Buckingham, Farben Nansi Hoolahan), Der Blick ins Böse (Zeichner Mike Hoffman, Tuscher Kevin Nowlan, Farben Tom McCraw) und Wann ist eine Tür keine Tür? (Zeichner Bernie Mireault, Tuscher Matt Wagner, Farben Joe Matt) enthalten.
Zwischen Dies- und Jenseits
Der maskierte Verbrecherjäger liegt in einem Sarg in der Crime Alley, dem Ort, an dem er geboren wurde. Seine engsten Freunde und tödlichsten Feinde versammeln sich, um ihm die letzte Ehre erweisen. Jeder von ihnen erzählt eine andere Geschichte über Batman, den er kannte – wie er lebte und wie er starb.
Wie ein Schatten in der Nacht wacht eine dunkle Gestalt über dieser makabren Gedenkfeier: Sie weiß, dass die widersprüchlichen Geschichten, die die Helden und Schurken erzählen, unmöglich alle wahr sein können. Bevor die Nacht vorbei ist, bevor sich Batmans Sarg für immer schließt, muss die Gestalt im Verborgenen die Antwort auf die Frage finden: Was wurde aus dem dunklen Ritter?
Zwischen originell bis ganz nett
In der Haupt-Story überträgt Gaiman Jahrzehnte der Batman-Historie in sein eigenes Universum. Das heißt, dass er die Themen Tod und Jenseits wie in vielen seiner anderen Comic-Geschichten thematisiert. Das klappt in Was wurde aus dem Dunklen Ritter sehr gut.
Gaiman hatte sich zum Ziel gesetzt, was er in seinem Vorwort selbst sagt, eine endgültige letzte Batman-Geschichte zu schreiben, die man problemlos auch noch in hundert Jahren hernehmen könnte und dann immer noch als solche lesen könnte. Auch dieser Anspruch dürfte ihm gelungen sein. Denn die Story ist universell angelegt und bildet in sich selbst einen Kreislauf – Genaueres soll hier natürlich nicht verraten werden. Die anderen Batman-Kurzgeschichten von Gaiman sind originell bis ganz nett.
Zwischen Hommage und individueller Handschrift
Beim Artwork zur Titel-Story hat sich Kubert nach Angaben von Gaiman zufolge an den Stilen vieler bekannter Batman-Zeichner – von Bob Kane über Neal Adams bis Brian Bolland orientiert. Kubert hätte so gezeichnet als würden diese Meister in seinem eigenen Stil zeichnen und nicht umgekehrt. Kenner, Sammler und Liebhaber werden ihre Freude dabei haben, die jeweiligen Stile zuordnen zu können. Gaiman selbst hatte versucht wie bekannte Batman-Autoren wie Bill Finger, Alan Moore, Frank Miller oder Denny O’Neil zu schreiben. Ob ihm das geglückt ist, sollte der Leser selbst entscheiden.
Sicher ist dagegen, dass der typische Gaiman-Stil klar erkennbar ist. Insgesamt bietet der Band originelle Batman-(Short) Stories, die sich von den üblichen Geschichten vor allem dadurch unterscheiden, dass sie durch Story-Telling und nicht durch ausufernde Action-Sequenzen unterhalten wollen. Das ist ein großer Pluspunkt, der den Band auch für gelegentliche bzw. anspruchsvolle Superhelden-Leser oder Quereinsteiger interessant macht. Was wurde aus dem Dunklen Ritter? wird durch interessante Skizzen und eine Covergalerie – hier ist vor allem das Alex Ross-Cover erwähnenswert – ergänzt.
Neil Gaiman & Andy Kubert: Was wurde aus dem Dunklen Ritter? Panini Comics, 2010. Softcover, 132 Seiten. Euro 14,95.
